1980
In diesem Jahr wird Hans-Joachim mit Team Schnitzer in einem BMW 320 Turbo Zweiter in der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft. Er gewinnt in Diepholz, Salzburg, Zolder und das Eifelrennen. In einem BMW M1 wird er Dritter in der Procar Series mit Siegen in Monaco und am Norisring. Außerdem gewinnt er den Macau Grand Prix mit dem Schnitzer Team in einem BMW 320 und wird Dritter beim 1000-Kilometer-Rennen am Nürburgring in einem BMW M1.
1979
In der Formel 1 holt Hans-Joachim mit dem deutschen ATS Team fünf Punkte und wird Erster in der Procar Series (BMW M1) mit Siegen in Zandvoort und Monza. Beim Race of Champions in Mexiko gewinnt er auf Ford.
"Ich hatte auch ein Angebot von Frank Williams, aber er war sich nicht sicher, ob ich in das Auto passen würde. Also trafen wir uns in der Boxengasse in Watkins Glen um Mitternacht, alles ganz geheim, um auszuprobieren, ob ich ins Auto passen würde. Das tat ich und er machte mir ein Angebot. Da das Team allerdings das erste Jahr mit zwei Autos an den Start ging, hätte ich für jedes Rennen durch die Vorqualifikation gemusst. Es hörte sich nicht nach einem guten Deal an, denn sie hatten kein Ersatzauto und nur wenig Geld."
"Das wars dann mit der Formel-1. Da es für 1980 keine vernünftigen Angebote gab, entschied ich mich zu meinen Wurzeln im Tourenwagensport zurückzukehren."
1978
Mit dem Formel-1-Team Shadow-Ford erringt Hans-Joachim zwei WM-Punkte. In der Produktionswagen- Meisterschaft holt er zwei Siege in einem BMW 320 Gruppe 5 Auto.
"Als mein Vater am 8. Februar 1978 starb, musste ich bereits zwei Tage danach zum Grand Prix nach Südafrika. Ich konnte mich nicht einmal qualifizieren, denn ich war mental nicht bei der Sache. Also flog ich am nächsten Tag nach Hause und verbrachte das Wochenende mit meiner Mutter. Ich brauchte eine Weile um den Tod meines Vaters zu verarbeiten. Als ich noch ein Kind war, hatte er jedes meiner Rennen genossen. Er hatte alle meine Formel-1-Rennen aufgenommen und wir besprachen sie im Nachhinein. Er versuchte immer, mich von diesem oder jenem zu überzeugen, übte aber niemals Druck aus."
1977
Hans-Joachim fährt erneut in der Formel 1, wechselt allerdings zu Bernie Ecclestones Team und pilotiert von nun an einen Brabham BT 45 Alfa Romeo V12. Er belegt den siebten Platz in der Fahrerwertung und wird Dritter in Hockenheim und Zeltweg. In der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft erringt er drei Siege im BMW 320i.
"Bernie fragte mich: 'Wie viel möchtest du verdienen?' Beim Team March habe ich 2000 Dollar für ein Rennen bekommen und 1000 Dollar für ein Formel 2 Rennen. Also sagte ich: 'Ihr seid in der Formel 1, habt den berühmten Alfa Motor, demnach sollte ich 100.000 Dollar pro Jahr verdienen.' Bernie lächelte mich an, als plötzlich sein Telefon klingelte. Er erklärte, es sei Arturo Merzario aus Italien, der auch für das Team fahren wolle. Er sagte: 'Ja, Arturo, ich biete dir 30.000 Dollar.' Er legte auf und bot mir 35.000 Dollar. Natürlich nahm ich das Angebot an. Später fand ich heraus, dass ihn seine Sekretärin angerufen hatte und er mich reingelegt hatte."
"Es war nicht nur mein erfolgreichstes Jahr, sondern auch mein Bestes und ich habe noch immer ein gutes Verhältnis zu Bernie. Er war ein guter Chef. Vor dem letzten Rennen, dem US Grand Prix in Watkins Glen, teilte mir Bernie mit: 'Hans, wenn du das Rennen gewinnst, wirst du mein Fahrer für die nächsten zwei Jahre sein. Verlierst du, muss ich Niki Lauda nehmen, denn sie wollen einen Meister.' Ich hatte die Pole-Position, aber das Kupplungskabel brach beim Start, und ich wusste, dass ich das Rennen nicht beenden konnte. Das war's!"
1976
Auch in diesem Jahr fährt Hans-Joachim in der Formel 1. Er holt acht Punkte mit Team March und wird Vierter beim Grand Prix von Monaco. In der Formel 2, ebenfalls für das Team March in einem BMW 762, fährt er vier Siege ein.
1975
Hans-Joachim ist für March Ford in der Formel 1 unterwegs. Er gewinnt das Jim-Clark-Rennen der Formel 2 in Hockenheim und das 9-Stunden-Rennen in Kyalami in einem BMW 3.5 CSL. Im gleichen Auto fährt er als BMW Werksfahrer die US IMSA Championship. Er wird Nachwuchsfahrer des Jahres und erreicht den dritten Platz in der Fahrerwertung mit fünf Siegen, unter anderem beim 12-Stunden-Rennen in Sebring mit Ronnie Peterson.
1974
Mit dem March 741 Ford fährt Hans-Joachim sein erstes Formel-1-Rennen in Argentinien. Er kommt im zweiten Rennen in Brasilien als Vierter ins Ziel. Insgesamt erringt er sechs WM-Punkte, gewinnt den Prix Rouge et Blanc und wird Nachwuchsfahrer des Jahres.
Er startet auch in der Europäischen Formel-2-Meisterschaft für das Team March-BMW. Am Ende der Saison ist er Vieze-Europameister und hat vier Siege und zwei zweite Plätze auf dem Konto.
Hans-Joachim fährt auch als BMW Werksfahrer in der European Touring Car Championship und gewinnt das 4-Stunden-Rennen in Salzburg.
"Ich erinnere mich noch heute an mein erstes Formel-1-Rennen in Argentinien. Ich hatte vorher keine großen Möglichkeiten zu testen, also fuhr ich in dort zum allerersten Mal in einem Formel-1-Auto. Ich glaubte, dass ich sehr gut und schnell unterwegs war. Im hinteren Teil der Rennstrecke gab es eine Doppel-Rechtskurve, in der ich mich eigentlich sehr wohl fühlte. Plötzlich zog ein roter Blitz außen an mir vorbei. Es war Niki Lauda im Ferrari. Ich dachte: 'Das war's'. Ich war einfach nicht schnell genug."
1973
Hans-Joachim kehrt mit Jochen Neerpasch zu BMW zurück. Er startet in der Formel 2 im Team March-BMW (732). Er holt die Pole-Position im ersten Rennen mit dem neuen BMW Formel-2-Motor am Nürburgring und fährt erneut in der European Touring Car Championship. Zudem siegt er bei den 6 Stunden auf dem Nürburgring.
1972
Hans-Joachim wechselt als Werksfahrer zu Ford (unter Rennleiter Jochen Neerpasch). Er gewinnt den Fahrertitel in der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft in einem Ford Capri RS 2600. Das 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps gewinnt Hans-Joachim im Ford Capri RS, zusammen mit Jochen Maas.
1971
Hans-Joachim tritt seine erste Saison als BMW Werksfahrer an. Er fährt in der European Touring Car Championship für das Team Alpina in einem BMW 2002TI und in einem BMW 2800CS. In diesem Jahr absolviert er auch sein erstes Formel-2-Rennen am Nürburgring in einem Eifelland-Brabham BT30 Ford.
Jochen Rindt trägt in diesem Jahr den ersten Vollvisierhelm. Strietzel bekommt von Erich Bitter ebenfalls einen Vollvisierhelm und erstellt mit Freundin Mucki sein legendäres Helmdesign. aus weißer DC-Fix Folie werden Sterne ausgeschnitten und auf den dunkelblauen Helm geklebt. Bis zum heutigen Tag ist dies Strietzels Markenzeichen geblieben.
1970
Hans-Joachim fährt für das Team Köpchen in einem BMW 2002TI und startet in der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft. Er feiert seinen ersten großen Erfolg, als er das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, zusammen mit C. Schickentanz, gewinnt. Allerdings zieht sich sein Team aufgrund finanzieller Probleme aus der laufenden Saison zurück.
"Ich habe viel von meinem Vater gelernt, obwohl wir einen sehr unterschiedlichen Fahrstil hatten. Er war weniger aggressiv, ein sehr gefühlvoller Pilot. Am Anfang meiner Karriere muss es sehr schlimm für ihn gewesen sein, denn ich fuhr immer quer um die Ecken. Wenn ich an die Box kam, mussten die Mechaniker nie die Windschutzscheibe reinigen. Von den unglaublichen Drifts klebten die toten Fliegen nur auf der Seite des Fahrzeugs."
1969
Strietzel gewinnt den Fahrerlehrgang von der Scuderia Hanseat am Nürburgring. Einer der Instruktoren, Hans Peter Köpchen, ist von den Leistungen so beeindruckt, dass er ihm anbietet am darauffolgenden Wochenende sein erstes Rennen auf einem BMW 2002TI bestreiten zu können. Er wird auf Anhieb Dritter, obwohl er wegen eines herausspringenden Gasgestänges beim 300 km Rennnen 17 mal aussteigen muss.
1967
"Mit 16 Jahren durfte ich schon meinen Führerschein machen. Eine Sondergenehmigung des Bundesverkehrsministers verschaffte mir diese Möglichkeit. Zunächst durfte ich nur in Begleitung des Vaters fahren. Nach einem halben Jahr konnte ich mich dann alleine auf die Reise machen. Hurrah!"
1965
"Bereits im Alter von 9 Jahren durfte ich meinen Vater zu Fahrerlehrgängen von der Scuderia Hanseat am Nürburgring begleiten. Dort durfte ich schon selber mit einem BMW 700 fahren, da es sich um eine abgesperrte Strecke handelte."
1960
"Mein Vater kaufte einen BMW 600, bei dem die Tür nach vorn aufging. Es war ein sehr lustig aussehendes Auto. Wir nahmen die Karosserie vom Rahmen herunter und hatten dadurch eine Art offenes Go-Kart."
1951
Hans-Joachim kommt am 1. Januar in Garmisch-Partenkirchen als Sohn von Christa-Maria und Hans Stuck, berühmter Rennfahrer und "Bergkönig", zur Welt.